Denise Levertov   Der Trauertanz
Denise Levertov kam am 24. Oktober 1923 in Ilford, England, als Tochter eines russisch-chassidischen Juden und einer Waliserin zur Welt. Sie erhielt ihre Bildung, abgesehen von Ballett- und Zeichenstunden, zu Hause und hatte bereits im Alter von fünf Jahren entschieden, Schriftstellerin zu werden. Als sie zwölf war, schickte sie T. S. Eliot einige Gedichte. Er antwortete ihr mit zwei Seiten langen »exzellenten Ratschlägen« und ermunterte sie, mit dem Schreiben weiterzumachen. Ihre erste Veröffentlichung erlebte sie mit 17 Jahren, als in Poetry Quarterly ein Gedicht von ihr veröffentlicht wurde.
Im Zweiten Weltkrieg arbeitete Denise Levertov 1943/44 als Krankenschwester in London. Ihr erstes Buch, The Double Image, erschien 1946.
1947 heiratete sie Mitchell Goodman, einen amerikanischen Schriftsteller, und im Jahr darauf zogen die beiden nach New York City, wo 1949 ihr Sohn Nikolai geboren wurde. 1956 wurde Denise Levertov US-amerikanische Staatsbürgerin. Nach ihrem Wechsel in die USA beschäftigte sie sich mit dem Transzendentalismus von Emerson und Thoreau, den formalen Experimenten Ezra Pounds und, in Teilen, mit dem Werk von William Carlos Williams. Durch die Freundschaft ihres Ehemannes mit Robert Creeley bekam sie Kontakt zur Black Mountain Gruppe. Levertov bekannte sich zwar zu den Einflüssen, die Black Mountain auf ihr Schreiben hatte, verwehrte sich aber gegen die Mitgliedschaft in jeglicher »Schule«. Sie wandte sich von den festen Regeln der englischen Dichtung ab und entwickelte einen offenen, experimentellen Stil. Mit ihrem ersten in den USA erschienenen Buch Here and Now (1956) wurde sie zu einer wichtigen Stimme der amerikanischen Avantgarde. Ihre Gedichte der 50er und 60er Jahre verschafften ihr begeisterte Anerkennung, nicht nur von Kollegen wie Creeley und Duncan, sondern auch von Avantgarde-Dichtern der älteren Generation wie Kenneth Rexroth und William Carlos Williams. Ihr nächstes Buch, With Eyes at the Back of our Heads (1959), etablierte sie unter den großen amerikanischen Dichtern, und ihre britische Herkunft war schnell vergessen. Während der vom Vietnamkrieg geprägten 60er Jahre spielten Aktivismus und Feminismus eine herausragende Rolle in ihren Gedichten. In dieser Zeit entstand eines ihrer denkwürdigsten Werke, geprägt von Wut und Traurigkeit: The Sorrow Dance (1967).
Levertov veröffentlichte im Laufe der Zeit mehr als 20 Gedichtbände. Außerdem verfaßte sie vier Prosabände und übersetzte drei Bücher mit Gedichten. Lehraufträge führten sie an verschiedene Universitäten. Die letzten 10 Jahre ihres Lebens verbrachte sie in Seattle, Washington, wo sie am 20. Dezember 1997 verstarb.

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