Michael McClure   Perseus-Fragmente
»JETZT IST ES ZEIT FÜR EINE NATION, … eine spirituelle Nation, entstanden und geformt aus einer offenen Freiheit, aus Fleisch und Biologie …« – Der antipolitische Aktivismus, die biologisch begründete Ästhetik und die überschwänglich sinnliche Spiritualität, die Michael McClure seit der Geburt der San Francisco Renaissance im Jahr 1955 Anerkennung eingebracht haben, werden in Perseus-Fragmente mit neuer Reichweite und Eloquenz bekräftigt.

Das Titelgedicht enthält Fragmente eines imaginären Tagebuchs von Perseus, dem Sohn von Zeus und Danae, dem Töter der schlangenhaarigen Medusa und dem Ehemann von Andromeda. Mit Der Tod des Kim Chuen Louie wechseln wir vom Mythos zur Reportage, vom antiken Griechenland zum modernen Chinatown von San Francisco, wo der Dichter auf einen Mord gestoßen ist. Es folgt das Baja-Bündel, sechs Gedichte, die unter dem Eindruck einer Reise durch Baja California, Mexiko, entstanden sind, sowie Anrufungen, Proklamationen, Liebesgedichte und Traumerzählungen. Die Gedichte von McClure, die sich symmetrisch von einer zentralen Achse ausbreiten, winden sich mit der Anmut von Organismen über die Seite. Wie Aram Saroyan bemerkte, »sieht er die Poesie selbst als ein ›muskulöses Prinzip – ein athletischer Gesang oder das Flüstern fleischlicher Gedanken‹, und in seinen Gedichten gelingt es ihm, diese Vision überzeugend darzustellen.«

Michael McClure gehörte zu jenen fünf Dichtern, die am 7. Oktober 1955 in einer umfunktionierten Autowerkstatt die Beat-Literatur aus der Taufe hoben. Als damals Zweiundzwanzigjähriger nahm an der legendären Lesung in der Six Gallery teil – der ersten wichtigen öffentliche Lesung von Autoren der Beat Generation und dem Beginn der San Francisco Renaissance. Er war befreundet mit den Doors, fuhr mit den Hells Angels, las den Löwen im Zoo aus seinen Gedichten vor, bekam Standing Ovations für die Performance seiner Gedichte, betätigte sich Umweltaktivist und begeisterte einen Nobelpreisträger – Michael McClures Gedichte geben Einblicke in den Geist eines Menschen, der sein Leben lang neugierig blieb und daran glaubte, dass alles mit allem verbunden ist.

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No 28 - A. D. Winans Heiliges Gelächter und falsche Pfaffen
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No 34 - Philip Lamantia Zerstörte Werke